Impulse für die Industriekultur

Dr. Alexander Berner über die Kokerei Hansa als Schauplatz der IGA Metropole Ruhr 2027.

Am Dortmunder IGA-Schauplatz wird die Kokerei Hansa die Hauptrolle spielen. Foto: oparauschebart, Adobe Stock

Im Jahr 2027 macht die Internationale Gartenausstellung im Ruhrgebiet Station. Die Ausstellung verfolgt die Frage „Wie wollen wir morgen leben?“ und behandelt Themen wie Klimaanpassung, Mobilität, Artenvielfalt und das gesunde Leben in einem Ballungsraum.

Für den Dortmunder „Zukunftsgarten“ spielt die Kokerei Hansa, Sitz der Stiftung Industriedenkmalpflege und Geschichtskultur, die Hauptrolle. Mit ihrem Denkmalbestand und ihrem Miteinander von Natur und Technik bietet sie ideale Voraussetzungen für die IGA 2027. Besonders interessant ist, dass die Frage nach dem zukünftigen Leben in einem Raum gestellt wird, der den Strukturwandel gerade erst hinter sich hat. Aus der Kokerei Hansa, ein einst 24/7 produzierender Behemoth der Schwerindustrie, ist nach umfassenden Sanierungsarbeiten beispielsweise ein Industriedenkmal und Veranstaltungsort geworden. Dieser Prozess hat Zeit und Ressourcen gekostet und ist dennoch nur scheinbar abgeschlossen.

Die Industriekultur ist ein wesentlicher Identitätsmarker der Metropole Ruhr. Aber reicht das – oder geht da noch mehr? Durch die Stoßrichtung und die gewählten Ausstellungsorte müssen sich nun auch die Akteure der etablierten Industriekultur diese Frage gefallen lassen. Ich höre Region und Akteure förmlich aufseufzen. Das ist verständlich, denn der Strukturwandel war schmerzhaft. Aber Entwicklung, Veränderung sind nun einmal gesund, und das gilt auch für die Industriekultur wie für die gesamte Metropole Ruhr. Die transformative Kraft von großen Ausstellungsprojekten haben wir zuletzt bei der Internationalen Bauausstellung (IBA) Emscherpark erleben dürfen. Die IGA 2027 wirkt in diesem Zusammenhang wie eine Art Katalysator, der wertschöpfende Veränderungen anregen und beschleunigen kann. An ihrem Ende steht im besten Fall der Beginn eines neuen Transformationsprozesses, der die Metropole Ruhr und unsere Industriekultur fit für die Zukunft macht.

Zur Person

Dr. Alexander Berner ist Historiker und leitet den Bereich Geschichtskultur/Kommunikation bei der Stiftung Industriedenkmalpflege und Geschichtskultur.

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