GaLaBau-Unternehmen benennen die notwendigen Maßnahmen, um dem Klimawandel entgegenzuwirken und besitzen das Know-How, wie sie sich in der Praxis umsetzen lassen: Mit Zukunftsmodellen wie der Schwammstadt und dem Ausbau von Stadtgrün wie Dach- und Fassadenbegrünung einerseits. Mit Klimaanpassungen, Biodiversität und Artenschutz als Basis für die Bereitstellung von Ökosystemleistungen andererseits. Der Begriff „Nachhaltigkeit“ muss aber aus mehreren Blickwinkeln gedacht werden. Nicht nur auf der Baustelle, sondern auch auf der Betriebsebene.
Ein Leitfaden für gezieltes Nachhaltigkeitsmanagement
Betriebliches Nachhaltigkeitsmanagement bedeutet eine Unternehmensentwicklung, die einen Beitrag zur nachhaltigen Entwicklung von Wirtschaft und Gesellschaft durch unternehmerische Leistungen bezweckt. Unternehmen müssen so gesteuert werden, dass negative Einwirkungen auf die Umwelt, die Gesundheit und das Eigen- oder Fremdkapital ökonomisch vermindert werden. Gleichzeitig sollen sich Umsatz, Gewinn, Reputation und Wettbewerbsfähigkeit erhöhen. Das lässt sich dem Leitfaden des Bundesverbands Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau (BGL) „Nachhaltiges Wirtschaften im Garten- und Landschaftsbau“ entnehmen. Er bildet konkrete Maßnahmen ab, die Unternehmen in verschiedenen Bereichen umsetzen können.
Der Leitfaden ist in die Themen Maschinen, Abfall und Recycling, Einkauf-Bauhof-Verwaltung, Logistik, Boden und Grundwasser sowie Mitarbeiter und Soziales gegliedert. Anwender erhalten einen Überblick, welche ökonomischen, ökologischen und sozial-perspektivischen Potenziale einzelne Themen bieten können. Aber auch mit welchen Hürden zu rechnen ist. Zur Orientierung dienen die „Schnittstellen zur Nachhaltigkeitsberichterstattung“ nach dem Rahmenwerk des Deutschen Nachhaltigkeitskodex (DNK). Dieser gilt als gültiger Standard bei der Erstellung von Berichten. Zudem finden Anwender konkrete Handlungsempfehlungen auf praxisbezogener und betrieblicher Ebene sowie Kennzahlen aus der GRI (Global Reporting Initiative).
Auch kleine und mittlere Betriebe in der Berichtserstattungspflicht
Mit der Verabschiedung des Corporate Sustainability Reporting Directive (CSRD) habe sich die Nachhaltigkeitsberichterstattung verändert, sagte Prof. Dr. Heiko Meinen von der Hochschule Osnabrück gegenüber Fachmedien schon vor langem. Nicht nur die großen Unternehmen müssten in Zukunft Bericht erstatten. Darüber, wie sich ihr Geschäftsmodell auf ihre Nachhaltigkeit auswirkt oder wie externe Faktoren ihre Aktivitäten beeinflussen. Das bedeutet Anfragen von Finanzierungspartnern wie Banken und Versicherungen oder von Kunden einer Lieferkette zu Nachhaltigkeitsaspekten. GaLaBau-Betriebe sollten in der Lage sein, solche Anfragen zu beantworten, um wettbewerbsfähig zu bleiben.
Auf Grundlage des BGL-Leitfadens wurden daher vom Verband Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau (VGL) Nordrhein-Westfalen und dem Institut für nachhaltiges Wirtschaften in der Bau- und Immobilienbranche (inwb) ein Sechs-Stufen-Plan entwickelt. Ein mehrmonatiges Qualifizierungsformat, das Betriebe bei der Umsetzung von Nachhaltigkeitszielen insbesondere auf der betrieblichen Ebene unterstützen soll. „Gerade mit Blick auf die Unternehmen des GaLaBaus kann es schwierig sein ein Projekt in der Praxis nachhaltiger zu gestalten, da planerische Fragestellungen und Materialauswahl oft an anderer Stelle und zu einem früheren Zeitpunkt durch Auftraggeber und Landschaftsarchitekten entschieden werden“, meint der stellvertretende Vorsitzende des VGL Nordrhein-Westfalen Karl Jänike. Unternehmer haben im öffentlichen und gewerblichen Bereich oft nur einen geringen Einfluss. Der Sechs-Stufen-Plan soll Unternehmen dazu befähigen Nachhaltigkeitsthemen zumindest betriebsintern aufgreifen zu können.
Neben den Unternehmerpersönlichkeiten sei es wichtig, Nachhaltigkeit als integrativen Bestandteil der Ausbildung zu stärken, so Jänike. Vor diesem Hintergrund haben der VGL Nordrhein-Westfalen gemeinsam mit dem BGL, der Hochschule Osnabrück, der Universität Osnabrück und anderen das Projekt „NAWiGaLa“ gestartet. Mit diesem sollen Inhalte und Angebote für Ausbildende in der Branche geschaffen werden. Ein ganzheitlicher Ansatz also, der vom Projekt, über das Unternehmen bis hin zu den Menschen Standards entwickeln möchte. Um die Branche mit Nachhall für die Zukunft auszurichten und Vorbild für nachhaltiges Wirtschaften zu sein.
Patricia Hempel

