Exkurs: Seit Januar sind Sie DBG-Geschäftsführer. Davor haben Sie lange in der Tourismus-Branche gearbeitet. Wie hilft Ihnen das bei der DBG?
Dr. Achim Schloemer: Tourismusmarketing ist Netzwerkarbeit. Dasselbe gilt für die Aufgaben der DBG. Die Netzwerke, die ich in NRW und Rheinland-Pfalz knüpfen konnte, bilden eine gute Basis für meine aktuelle Arbeit. Die Bedürfnisse der Stakeholder zu erkennen, Prozesse und Strukturen zu bilden und ein gutes Ergebnis zu liefern, treibt mich an.
Bundespräsident Steinmeier nannte Bundesgartenschauen (BUGAs) 2019 „Die Olympischen Spiele der Gärtner“. Wie bewerten Sie die Aussage?
Vielleicht ist es eher DFB-Pokal, wir haben überwiegend nationale Ausstrahlung. Dabei geht es gar nicht unbedingt um Wettbewerb. Der Ansporn ist, zu zeigen, wie wichtig Grün ist – im öffentlichen und privaten Raum. Aber das Bild vom Olymp ist schon stimmig, denn das, was unsere Gärtnerinnen und Gärtner liefern, ist überirdisch schön.
Welche positiven Auswirkungen sollten BUGAs auf die Stadtentwicklung auf jeden Fall aufweisen?
BUGAs bringen Grün in die Stadt. Sie binden Quartiere an und ein, schaffen Grünzüge, erhöhen die Klimaresilienz und verbessern die Lebensqualität. Ein nachhaltiger Effekt für viele Generationen ist uns wichtig.
Manchmal wird der ökologische Mehrwert bezweifelt, es stehen rote Zahlen wie etwa in Hamburg 2013 in der Kritik. Was entgegnen Sie?
Kritisiert wird meist vorher – nach der Realisierung sind in der Regel alle Kritiker überzeugt. Gartenschauen habe eine unglaublich positive Langzeitwirkung und sind perfekte Instrumente nachhaltiger Stadt- und Regionalentwicklung. Nicht erreichte Besucherzahlen sind immer im Verhältnis zu dem zu sehen, was bleibend geschaffen wurde. Und das lässt auch Hamburg in sehr positivem Licht erscheinen.
Die für 2025 in Rostock geplante BUGA wurde abgesagt. Steht ein Ersatz-Event in Aussicht?
Ein Event in der Güte einer BUGA sicher nicht, dafür fehlen die finanziellen Ressourcen. Übrigens ist das Interesse an BUGAs ungebrochen, die Bewerberliste für Schauen in den 2030er und 2040er Jahren lang. 2025 fokussieren wir uns auf einen Innovationskongress, der die Leistungsfähigkeit von BUGA/IGA als Instrument für grüne Stadt- und Regionalentwicklung unterstreicht.
